Pädagogik

Viele junge Familien leben heutzutage einen Alltag, in welchem beide Elternteile berufstätig sind. Wir sehen den gesellschaftlichen Auftrag an uns als familienfreundliche Kindertagesstätten daher darin, sowohl bedarfsgerechte Öffnungszeiten als auch eine hohe Qualität der pädagogischen Arbeit anzubieten, damit berufliche Erfordernisse der Eltern und die grundlegenden Bedürfnisse der Kinder ausgewogen berücksichtigt werden können.

Was Kinder brauchen:

Achtung vor der kindlichen Persönlichkeit im klaren Bezugsrahmen

Unser Ziel ist es, jedem Kind die Entfaltung seiner Potenziale zu ermöglichen. Grundlage dafür ist die ganzheitliche Wahrnehmung und sorgfältige Beobachtung der Entwicklungsprozesse und der Lebenswirklichkeit jedes Kindes. Dabei orientieren wir uns an seinen Stärken. Ist ein Kind in seiner Entwicklung gehemmt, sind folgende Schwerpunkte zu berücksichtigen: Was hat gefehlt / gestört? Wie kann der Entfaltungsraum des Kindes optimiert werden (strukturell und emotional)? Die Basis für kindliche Entwicklung ist eine anregende Umgebung, in welcher Impulse durch Erwachsene ihren angemessenen Platz haben. Mit dem Bewusstsein, dass alle Emotionen ihren Platz und Raum haben, erkennen wir als Pädagogen die Notwendigkeit einer vorbereiteten emotionalen Umgebung für Kinder an. Wir Pädagogen sind dabei Garant für emotionalen Schutz der Kinder, dabei aber immer auf Augenhöhe mit ihnen. Die Idee der „Gleichwürdigkeit“ von Jesper Juul und die Auffassung von Kinderechten von J. Korzcak sind uns dabei eine wichtige Inspiration. Kinder haben immer einen Grund für ihr Verhalten, es ist unsere Aufgabe sie dabei zu verstehen und ihnen einen angemessenen Rahmen zu schaffen, um sich gut entfalten zu können.

Lernen von der Natur

Die Kinder werden einen Großteil der Zeit mit uns in der freien Natur verbringen. Bei allzu unwirtlicher Witterung können wir uns in die heimelige mongolische Jurte oder das gemütliche Schinkel-Gebäude zurückziehen und von dort aus die urtümliche Kraft des Wetters aus dem schützenden Innern genießen. Ähnlich, wie die Natur von sich ewig wiederholenden Abläufen in rhythmischen Wechseln gekennzeichnet ist, so orientiert sich auch unsere Pädagogik an den Jahreszeiten. Ein angenehmes und ganzheitliches Umfeld, in dem sich Kinder frei entfalten können – motorisch, sensorisch wie auch kognitiv – das Erfahrbar-Machen des eigenen Seins in der Natur mit allen Sinnen.

Soziale Gemeinschaft mit Gleichaltrigen

Kinder sind für Kinder die wichtigsten Lehrer. Spielen sie am Anfang im Krippenalter noch parallel, so entwickeln sich mit zunehmendem Alter immer mehr Spielpartnerschaften und Freundschaften. Wir sehen unsere Aufgabe darin den Kindern nicht nur dies zu ermöglichen, sondern ihnen zu der Erfahrung zu verhelfen, sich entspannt und freudvoll in der Gemeinschaft zu erleben. Ein gesundes Bindungsverhalten in der Kindergartengruppe ist wie eine „innere Blaupause“ für das spätere Gruppenverhalten. Deshalb begleiten wir dieses mit größter Achtsamkeit. Gemeinschaft trägt und stärkt und kann, wird sie als Sicherheit erlebt, ein ideales Übungsfeld für soziales Verhalten, Abgrenzung und Mitgefühl dienen.

Lebenspraktischer Ansatz

Für Kinder ist Spielen Arbeit. Sie bereiten sich damit in freudvolle Weise auf ihr Erwachsenenleben vor. Was den Erwachsenen in ihrer Umgebung wichtig ist, ist für sie im Umkehrschluss wert zu spielen, zu üben und sich darauf vorzubereiten. Deshalb ist uns die Vorbildfunktion der Pädagogen sehr wichtig. Die Vorstellung vom „tätigen“ Erzieher spiegelt diese Haltung wieder. Wir sind entweder im direkten Kontakt mit den Kindern oder eben mit sinnvollen Tätigkeiten beschäftigt (Schneeschippen, Laub harken, schnitzen).

Kinder in die Obhut einer Institution zu geben ist in der Menschheitsgeschichte vergleichsweise neu. Kinder innerhalb der Familie, der Nachbarschaft oder der „Clans“ betreuen zu lassen jedoch seit Urzeiten vorgesehen. Für Kinder ist nicht begreifbar, dass es ein Beruf ist, mit ihnen zu spielen. Sie wollen ihre Bezugspersonen als Erwachsene und als Teil der Erwachsenenwelt erleben. Deshalb versuchen wir den Rahmen zu schaffen, dass unsere Pädagogen möglichst in ihrer Ganzheit als erwachsener Mensch hier arbeiten und sich entfalten können. Nur dann können sie wiederum den uns anvertrauten Kindern ermöglichen, sich in einem echten Lebensraum wohl und geborgen zu fühlen. Sich den Herausforderungen des echten Lebens stellen zu können.

Das Berliner Bildungsprogramm

Bildungsbereiche

Körper, Bewegung und Gesundheit

Die Erfahrung des eigenen Körpers und die Wahrnehmung seiner inhärenten Bedürfnisse stellen einen wichtigen Reifeschritt in der Entwicklung des Kindes dar. Physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden bilden die Grundpfeiler für eine gute Entwicklung. Eine gesunde Ernährung, eine liebevolle Betreuung und eine naturnahe Unterbringung sowie verschiedenartige Möglichkeit der Bewegung sind deshalb unabdingbar für das Kindeswohl. Dabei ist uns für die Kinder besonders der Bereich der Sinneserfahrungen sehr wichtig. Das kann vom stundenlangen Greifen und Walken im warmen Erdmatsch über das hören der zahlreichen Vögel und des verschieden klingenden Blätterrauschens der Bäume bis zum intensiven Geruch des Bärlauchs im Frühjahr reichen. Die Bewegung im unebenen Raum ist vor allem für das mathematische Verständnis eine wichtige Grundlage.

Soziale und kulturelle Umwelt

Durch das Leben in einer Gruppe außerhalb der Familiengrenzen erlebt sich das Kind als soziales Wesen, das sowohl seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche geltend machen, als auch auf die Bedürfnisse und Wünsche Anderer eingehen muss und darf. Konfliktfähigkeit und die Freude am Erleben des Gegenübers werden geübt und abgestimmt, damit ein für alle Seiten gutes Miteinander möglich wird. Wir achten auf eine möglichst vielseitige soziale und kulturelle Durchmischung, um verschiedenartige Impulse für die soziale Entwicklung der Kinder zu ermöglichen.

Sprachen, Schriftkultur und Medien

Die Beherrschung von Sprache und ihren abstrakten Zeichen stellt ein wichtiges Lernfeld im Kindesalter dar. Über Sprache äußert das Kind nicht nur seine aktuellen Bedürfnisse, sondern begibt sich selbst in die Lage, größere Zusammenhänge für sein Gegenüber verständlich darzustellen. Durch die Aneignung von Lesekompetenz kann es weiterführendes – aktuell nicht erlebbares Wissen – erlangen und seinen Horizont erweitern. Moderne Medien greifen ohne jede Ausnahme auf diese Schlüsselkompetenzen zurück, weshalb sie in der modernen Wissensgesellschaft eine wichtige Grundlage für jede Wissensaneignung sind. Besonders wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung ist die Möglichkeit, innere Zustände und Gefühle zu versprachlichen, besonders im Kindergartenalter entwickeln Kinder diese Kompetenz bei feinfühliger Erwachsenenbegleitung. Deshalb verstehen wir dies auch als einen Schwerpunkt in unserer Begleitung.

Bildnerisches Gestalten

Durch das freie Malen und Zeichnen und kreative Gestalten mit Naturmaterialien eignet sich das Kind eine weitere Ausdrucksmöglichkeit – gleichsam eine zweite Sprache – an. Auf der Grundlage ästhetischer Wahrnehmung erhält es ein tieferes Verständnis von Proportionen oder sinnhafter Schönheit. Bei der Auswahl aller Materialien, Einrichtungsgegenstände und Geräten achten wir deshalb – soweit es möglich ist – auf ein harmonisches ästhetisches Zusammenspiel. So viel Naturmaterialien und historische Materialen wie möglich, sowie zurückhaltende abgestimmte Farben sind uns dabei wichtig. Da das Außengelände von Carl von Linnen geplant angelegt wurde ist auch diese denkmalgeschützt. Daher versuchen wir dort möglichst viele Antiquitäten für die Kinder zur Verfügung zu stellen.

Bildliches Darstellen ist immer das Ergebnis einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem stofflichen, weshalb ihm in der Kindeserziehung ein großer Wert beigemessen werden muss.

Musik

Das emotionale Erleben von Musik mit ihren Klangfarben und Rhythmen, die Erfahrung von Tanz und Reigen und das Produzieren von eigenen Klängen stellt eine wertvolle Erfahrung für das Kind dar. Musik ist in der Kindererziehung vor allem eine Gruppenerfahrung und deshalb wichtig für die Einübung von Maßhaltung und Zurückhaltung bei gleichzeitigem Fallenlassen in die mitreißende Kraft des gemeinsamen Spiels. Die Einbettung von immer gleichen vertrauten Liedern und Reimen in den Tagesrhythmus vermittelt Kindern Orientierung und Sicherheit und ist deshalb von großer Wichtigkeit. Dabei ist uns wichtig, dass sie nicht nur Kinderlieder und –Reime erlernen und hören, sondern auch kindgemäße Kunst für Erwachsenen erfahren. Kindern ist immer das „Echte“, „Wirkliche“ von größtem Interesse. Deshalb ist es für sie von großem Wert von uns Erwachsenen bei diesem „echten“ Musizieren und Rezitieren integriert zu werden.

Mathematische Grunderfahrung

Selbst wenn in der Realität eins und eins nicht immer zwei ist, stellt jede Form des Ab- und Auszählens einen wichtigen Schritt im Reifeprozess des Kindes dar. In der Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Mathematik bekommt das Kind die Möglichkeit, Verallgemeinerungen und sogar Vorhersagen zu treffen. Das Kalkulieren von realen Wahrscheinlichkeiten und die Erkenntnis, dass die reine Zahl in der Realität an allen Orten ihre stoffliche Entsprechung findet, macht die Mathematik zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Menschseins und somit der Kindeserziehung. Gerade die Bewegung in der hügeligen Landschaft ermöglicht einen sinnlichen Zugang zu den Themen Zeit, Raum und Zahl. Naturmaterialien laden ein zu zählen und zu sortieren im zweidimensionalen Rechenbereich. Für die dreidimensionale Mathematik stehen den Kindern Montessori-Materialien zur Verfügung

Naturwissenschaftliche Grunderfahrung

Die Beobachtung natürlicher Phänomene weckt im Kind das Bedürfnis, auftauchende Fragen selbst zu klären und ihnen nachzugehen. Anhand der physikalischen Gesetzmäßigkeiten, welchen alles Sein unterworfen ist, erkennt es sich selbst als handelndes und beeinflussendes Subjekt. Nur aus einem Gefühl der Sicherheit heraus trauen wir uns wirklich auf Entdeckung zu gehen. Deshalb ist die sichere Basis der Erzieher_innen-Kind-Beziehung und der Gruppe ideal für die Entwicklung naturwissenschaftlichen Forschergeistes. Besonders das Erleben des Wetters, der wechselhaften Temperaturen und das unmittelbare Erleben der Jahreszeit laden Kinder zum Entdecken ein. Ab wann gefriert das Wasser in der Pfütze, wann taut es? Wie hoch muss ich einen Behälter halten, dass das Wasser aus dem angeschlossenen Schlauch fließt? Vielfältiges Material, Nachschlagewerk und vor allem die Natur laden dazu ein.

1. Tagesablauf

1.1 Tagesablauf

Ein vertrauter und verlässlicher Rahmen ermöglicht es Kindern, sich in den dadurch entstehenden Zwischenräumen umso entspannter und kreativer zu bewegen. Es entsteht so mehr Raum für Spontanität und freies Spiel. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten beziehen wir die Kinder aktiv in die Tagesplanung mit ein. So unterstützen wir ihren Freiheits- und Erlebnisdrang und geben gleichzeitig Halt und Geborgenheit.

Übergänge können für Kinder eine Herausforderung sein. Deshalb legen wir großen Wert auf deren Gestaltung. Das Singen von „Erkennungsliedern“, also den immer selben passenden Liedern in den immer selben Situationen, ermöglichen den Kindern Orientierung im Tagesablauf und Alltag und erleichtern Ihnen den Übergang.

8.30-9.00 Uhr:                     Ankunftszeit

9.00 Uhr                                Mit dem Kuckucksruf wird der gemeinsame Tagesbeginn eingeläutet: „Wer ist heute alles da und wer fehlt in unserem Kreis und wie viele sind wir heute?“ Danach brechen wir in den Wald auf.

9.10 Uhr                               Ein_e Erzieher_in erzählt, unterstützt von einer mit den Kindern aufgebauten Landschaft in der Mitte des Kreises, eine Geschichte. Schuhu unsere Kita Eule (Handpuppe), ihr Onkel (ebenfalls eine Eulenhandpuppe) oder die Familie der Wurzelgnome führen in den Tag ein. Es werden Fragen gestellt und so ergeben sich erste Gespräche. Jahreszeitliche Lieder, Gedichte und Spiele folgen. Einmal in der Woche findet eine Kinderkonferenz statt.

9.30-12.00 Uhr:                    Gemeinsamer Spaziergang durch den Forst mit verschiedenen Aktivitäten, welche sich am Erforschungswillen der Kinder orientieren. Die Betreuer/Innen richten sich in dieser Phase nach den Belangen der Kinder. Es herrscht kein Zeitdruck. In den kalten Jahreszeiten machen wir nochmal um 11.00 h eine Nusspause mit heißem Tee um den Energiehaushalt der Kinder zu stützen. Danach spielen die Kinder, sie lassen Landschaften aus Matsch, Wasser, Steinen und Ästen entstehen. Werken und Gestalten mit Zweigen, Baumscheiben und Blättern. Andere balancieren, klettern, springen, laufen, lachen, rufen, singen. Es wird gelauscht, geraten, gezählt, untersucht, geholfen, entdeckt. Die Erzieher_innen begleiten die kindlichen Spielprozesse ohne einzugreifen, sie geben bei Bedarf Anregung, Unterstützung und Trost.

Angebote durch die Erzieher sind immer freiwillig. Die verschiedenen Bildungsbereiche werden an den immer gleichen Wochentagen abgedeckt um den Kindern eine Orientierung durch Rhythmisierung zu ermöglichen.

12.00 Uhr                             Rückkehr zum Jägerhof

12.30 Uhr                              Mittagessen. Eine Catering-Firma liefert gesunde, nahrhafte und ausgewogene Biokost.  Auch hier gibt es an den immer selben Wochentagen die gleichen Beilagen bzw. an immer denselben Tagen Fisch und Fleisch

13.30 Uhr                              Ruhephase. Es besteht kein „Schlafzwang“. Die Kinder werden so begleitet, dass sie sich ruhig beschäftigen. Andere Kinder schlafen. Dies ist der beste Moment für das gemeinsame Lesen, Geschichten erzählen und Märchenzeit.

14.30 Uhr                              Gemeinsames Vesper und Tee; bei schlechtem Wetter in der kuschligen Jurte und bei guter Witterung im Kitagarten.

14.50-17.00 Uhr                   Freies Spiel. Die Kinder können sich in Begleitung und unter liebevoller Betreuung der Erzieher/Innen ganz ihrer Selbstentfaltung im freien Spiel widmen. Dabei steht ihnen die gesamte Bandbreite unserer Angebote zur Verfügung – insbesondere natürlich das herrliche Außengelände. Die Erzieher_innen reagieren auf situative Anlässe und unterstützen die Kinder auf diese Weise in ihrem eigenen Willen zum Spiel, ohne sie durch starre Konzepte einzuengen.

Folgende Angebote können hier alternativ in unserer Ideen- und Kreativwerkstatt stattfinden:

  • Bauen, Experimentieren
  • Malen, Plastizieren
  • Rollenspiel mit Verkleidung
  • Musik
  • Tanz, Rhythmik
  • Entdeckerkiste (Naturwissenschaft)
  • Bewegungsbaustelle, Klettern
  • Leseecke

 

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung in einen Kindergarten ist von großer Bedeutung für die Eltern, Betreuer_innen und besonders für die Kinder. Sie legt den Grundstein für den weiteren Weg im Kindergarten (und wie wir aus Studien wissen sogar die Schulzeit!). Daher gestalten wir diesen wichtigen Übergang besonders schonend und achtsam an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Es ist also wichtig, sich auf eine lange und langsame Eingewöhnung einzustellen.

Den das Kind erlebt eine große Herausforderung: Es lässt sich auf eine neue Bindungsperson ein, auf neue Kinder, andere neue Menschen vor Ort, auf einen neuen Ort, neue Abläufe, neue Regeln und eigene emotionale, kognitive und motorische Entwicklungsschritte. Auf diese vielfältige Fülle an Neuem kann sich ein Kind nur einlassen, wenn es sich sicher und verankert fühlt. Dieses Gefühl der Geborgenheit ist die grundlegende Voraussetzung für das kindliche Spiel und somit auch für das Lernen als Selbstentfaltungsprozess. Es ist für Kinder wesentlich entspannter (und für die Erwachsenen ebenfalls), sowie langfristig effektiver, wenn man die Eingewöhnung sozusagen anders herum angeht: Nicht die Ablösung ist im Vordergrund, sondern die Verankerung! Das Kind wird, wenn es sich sicher genug fühlt, von alleine zu den anderen Kindern und zur_m Bezugserzieher_in Kontakt aufnehmen. Es wird von alleine und freudvoll beginnen, seine neue Welt zu erkunden und anfangen zu spielen.

Das vordergründige Ziel der Eingewöhnung ist das Entstehen einer sicheren Beziehung des Kindes mit der Bezugserzieher_in, damit das Kind während der elterlichen Abwesenheit eine sichere Basis in der Kita hat, auf die es vertraut und wo es sich angenommen und geborgen fühlt. Der Kontakt zur Erzieher_in und zu den anderen Kindern kann sich langsam und behutsam im Tagesgeschehen entwickeln. Wir schauen individuell und je nach Tagesverfassung aller Beteiligten, wann und wie erste Trennungsmomente ohne Stress möglich sind und wann wir die Eingewöhnung als abgeschlossen betrachten. Alle Eltern stellen sicher, dass eine Eingewöhnungszeit von bis zu acht Wochen möglich ist.

Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Ein wichtiger Schwerpunkt bindungsbewusster Pädagogik ist die Elternzusammenarbeit. Voraussetzung dafür ist die absolute Achtung vor dem Wege, welchen Eltern mit ihren Kindern gehen. Kinder sind am engsten mit ihren Eltern verbunden. Die Gefühle und Haltungen, welche wir ihnen als Erzieher_innen entgegen bringen übertragen sich daher auch direkt auf die Kinder. Es wäre also widersinnig die Kinder respektvoll zu behandeln und gleichzeitig den Eltern zu erklären, was sie alles falsch machen. „Auf Augenhöhe“ bedeutet für uns also der ganzen Familie als eng verwobenem Netz mit Empathie und Anerkennung zu begegnen. Bindungsbewusst heißt hier, dass Kinder nicht zwischen den beiden Welten „Zuhause“ und „Kita“ hin- und herwechseln müssen. Es heißt, dass wir versuchen, dass sich diese beiden Welten möglichst viel berühren und begegnen. Dass die Kinder Vertrautheit und Sympathie zwischen Erzieher_innen und ihren Eltern erleben, dass nicht nur sie selbst sich zuhause und angenommen am Jägerhof fühlen, sondern ihre ganze Familie. Von 8.30h bis 17.00h steht ihnen außerdem die Elternbibliothek zur Verfügung. Hier können sie auf dem Sofa entspannt Kaffee trinken, Bücher ausleihen oder sich treffen. Ein eigener Garten steht ihnen ebenfalls zu Verfügung.

Uns ist ein lebendiges und vielseitiges Leben der Kitagemeinschaft wichtig. Deshalb bieten wir regelmäßig Elternveranstaltungen wie Väter-Kaminabende, Gartentage oder Nähwerkstatt an.

Außerdem bieten wir regelmäßige, mindestens zwei Mal jährlich stattfindende Eltern-Pädagogen-Dialoge (Entwicklungsgespräche) über den Entwicklungsstand des betreffenden Kindes an.

 

Die Erziehung der Kinder ist für uns gemeinsame Aufgabe von Familie und Tageseinrichtung. Unsere Eltern und Erzieher/innen arbeiten in unserer Einrichtung auf vielfältige Arten und Weise zusammen. Wir nehmen Eltern mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst. Uns ist wichtig, dass die Eltern immer bei ihren Kindern an erster Stelle stehen, insbesondere in ihrem Bindungsverhalten.

Wir fördern demokratisches Handeln und Transparenz. Deshalb legen wir in unserer Einrichtung Wert auf eine offene Kommunikation zwischen den Eltern, pädagogischen Fachkräften und dem Träger.

Wir fördern unsere Mitarbeiter/innen in der Weiterentwicklung ihrer beruflichen und persönlichen Kompetenzen. Darüber hinaus arbeiten wir mit Fachschulen und anderen Fortbildungsträgern und Institutionen des Jugendhilfebereichs zusammen. Dies ist einer unserer Wege die Qualität der pädagogischen Arbeit in unseren Einrichtungen zu garantieren.